Die Zisterne | עיר דוד

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Ein Stück von Jerusalem

Die Zisterne

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Ein Abstieg in 7 Meter Tiefe führt in das Innere der Erde, zu einer öffentlichen Zisterne, die im Norden der Davidstadt in das Muttergestein gehauen wurde, in der Nähe des Regierungsviertels aus den frühen Tagen der Bibel. Diese Zisterne wurde 1998 im Verlauf von Erschließungsarbeiten an der Stätte entdeckt. Ihr Durchmesser beträgt etwa 15 Meter, und sie hat sieben Öffnungen. Zisternen waren seit jeher und noch bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein Teil der Wasserversorgung in Jerusalem. Im Verlauf des niederschlagsreichen Winters wurde hier das Regenwasser aufgefangen und für die trockenen Sommermonate aufbewahrt. Diese Zisterne stammt anscheinend aus einer späteren biblischen Zeit, doch bringt der Abstieg dem Besucher die dramatische Geschichte des Propheten Jeremia nahe. Jeremia lebte und wirkte zur Zeit der späten Könige von Juda im Vorfeld der Zerstörung des Ersten Tempels im 6. Jahrhundert v. Chr. und versuchte, das Volk zu Besinnung und zur moralischen, gesellschaftlichen und religiösen Reform zu bewegen. Er forderte die Kapitulation vor den Babyloniern als Gebot Gottes. Das Volk hörte nicht auf seine Stimme; der König und seine Minister lehnten seine politischen Ratschläge ab und versuchten, ihn zum Schweigen zu bringen. Jeremia wurde auf dem Wachthof neben dem Palast des Königs Zedekia gefangengesetzt. Jedes Mal, wenn Zedekia eine Prophezeiung verlangte, antwortete der Prophet auf dieselbe Weise. Einmal, gegen Ende der Belagerung durch die Babylonier, wurde der Prophet sogar fast von seinen Gegnern getötet: „Und sie nahmen Jeremia und warfen ihn in das Wasserloch auf dem Wachthof… und in der Zisterne war kein Wasser, sondern Schlamm, und Jeremia sank in den Schlamm.“ (Jeremia 38:6). Zu Hilfe kam ihm Ebed Melech, der Mohr, ein Kämmerer des Königs Zedekia, und mit Hilfe von 30 Männern „… zogen sie Jeremia herauf aus der Zisterne an den Stricken. Und so blieb Jeremia im Wachthof.“ (Jeremia 38:13).

Am Eingang des Besucherzentrums der Davidstadt befindet sich eine weitere große Zisterne. Sie war vor allem ab der byzantinischen Zeit in Gebrauch (doch wurden auch Reste von Verputz aus der Zeit des Zweiten Tempels gefunden). Wer über die dort installierte Eisentreppe hinabsteigt, vermag sich die Not des gefangenen Propheten und die Atmosphäre vorzustellen, die vor der Zerstörung des Tempels in der Stadt herrschte.

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Ein Rundgang durch das historische Jerusalem – ein außergewöhnliches und aufregendes Erlebnis für die ganze Familie
Die Weiss Familie, Israel
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